Lesekonzept

Lesekonzept 2017-12-19T23:00:50+00:00
Lesekonzept

Lesekompetenz und Lesen

„Unter Lesekompetenz versteht PISA die Fähigkeit geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer formalen Struktur zu verstehen und sie in einen größeren sinnstiftenden Zusammenhang einzuordnen, sowie in der Lage zu sein, Texte für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen.“ (PISA 2000, S. 22)

Lesen ist also ein hochkomplexer Vorgang. Um ihn zu erlernen und zu beherrschen, muss man komplizierte und schwierige Arbeit leisten. Man muss aus abstrakten Zeichen Inhalte ableiten, dazu muss man Folgen von Buchstaben, Wörter und Sätze erkennen, man muss herausfinden können, was sie bedeuten, ob sie wichtig oder unwichtig, richtig oder falsch sind, ob sie behalten oder verworfen werden sollten. Ein Kind braucht sehr viel, wenn es verstehend lesen möchte, sich an Gelesenes erinnern will oder darüber selber erzählen möchte.

Lesekompetenz ist eine Schlüsselqualifikation par excellence und eine zentrale Voraussetzung für die Teilhabe an vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Umgekehrt sind die Möglichkeiten, den Einstieg ins Berufsleben mit schwachen Lesefähigkeiten zu finden, deutlich herabgesetzt. Als grundlegendes Kulturwerkzeug stellt Lesekompetenz somit eine zentrale Bedingung für schulischen und beruflichen Erfolg und für lebenslanges Lernen dar.

Vorschulische Voraussetzungen

Die erworbene Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler hängt eng mit ihrer sozialen Herkunft zusammen.

Entscheidend dafür, ob sich ein Kind zum Leser entwickelt, sind seine sozialen Bezüge. Wenn Eltern beobachten, was Kinder lesen und mit ihnen intensiv darüber sprechen, sind die besten Entwicklungsvoraussetzungen gegeben. Etwa die Hälfte aller Mütter, doch nur ein Viertel der Väter spricht mit den Kindern regelmäßig über deren Lektüre. Entscheidend ist auch, ob Eltern mit den Kindern spielen, sich Zeit für Gespräche nehmen etc..
Das Leseverhalten wird stark durch die soziale Umwelt des einzelnen beeinflusst. Die Anregungen zum Lesen durch Eltern, Freunde und Schulkameraden sind wichtig. Lesenkönnen und Lesenwollen des einzelnen ist stark von seinen sozialen Interaktionen beeinflusst. Die Schule allein kann keinesfalls dafür garantieren, dass jeder Mensch zum Leser wird. Heute beginnt der systematische Schreib- und Leselehrgang beim Eintritt in die Schule. Die Grundlagen für den Erfolg dieser Lernprozesse werden jedoch zweifelsohne schon früher gelegt. Um mit sechs Jahren erfolgreich Lesen und Schreiben erlernen zu können, muss das akustische und optische Unterscheidungsvermögen des Kindes ebenso entwickelt sein, wie ein bestimmter passiver und aktiver Wortschatz. Dies kann nur im Rahmen der frühkindlichen Erziehung geleistet werden. Ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung der Lesefähigkeit ist das Lebensalter, in dem sich das Kind gerade befindet. Wir wissen in Deutschland mittlerweile, wie fatal es ist, dass wir es unterlassen haben, Vorformen des schulischen Lernens im Elementarbereich angemessen zu fördern. Dabei ist die Erkenntnis nicht ganz neu, dass Wissen und Fähigkeiten umso schwerer haften bleiben, je später sie erworben werden. Die ersten 10 Lebensjahre entscheiden. Je breiter die Basis aus dieser Zeit, desto leichter lernt der Mensch für den Rest seines Lebens. Der Pädagogikprofessor Fthenakis fordert, schon wenigen Monate alten Babys aus Büchern vorzulesen. Es geht hierbei gewiss nicht darum, ihnen die Inhalte nahe zu bringen, sondern zuerst darum, die Kommunikation zwischen Vater, Mutter und Kind zu fördern. Die Eltern sind die Wegbereiter für die Entdeckungsreisen ihrer Kinder.

In einer Reihe von Studien hat sich gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler, die aus zugewanderten Familien stammen, in Bezug auf den Schriftspracherwerb und die Entwicklung von Lesekompetenz häufig zur Risikogruppe gehören. In Deutschland sind die Leistungsunterschiede im Lesen zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund bereits gegen Ende der Grundschulzeit sehr ausgeprägt.

Es ist davon auszugehen, dass die zu Schulbeginn verfügbaren Deutschkenntnisse von Kindern aus zugewanderten Familien den Verlauf des Schriftspracherwerbs entscheidend beeinflussen. Die oft nachgewiesene niedrigere Lesekompetenz von Schüle-rinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ist meist auf eine mangelnde Beherrschung der Verkehrssprache zurückzu-führen.

Die Förderung von Lesekompetenz würde hier vor allem eine Förderung sprachlicher Kompetenzen bedeuten, wobei neben dem Wortschatz vor allem das Erkennen syntaktischer Strukturen und der durch sie ausgedrückten Bedeutungen unerlässlich für das Verstehen mündlicher und schriftlicher Texte ist.

Für Kinder mit Migrationshintergrund (mit einem im Ausland geborenen Elternteil oder beide Eltern sind zugewandert) ist die Beherrschung der Verkehrssprache die entscheidende Hürde in ihrer Bildungskarriere. Insgesamt überschreiten fast 50 Prozent der Jugendlichen, deren Eltern beide zugewandert sind, im Lesen nicht die elementare Kompetenzstufe I*, obwohl über 70 Prozent von ihnen die gesamte Schullaufbahn in Deutschland absolviert haben. Diese sprachlichen Defizite scheinen sich kumulativ auch auf die Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften auszuwirken. Unzureichendes Leseverständnis beeinträchtigt also auch den Kompetenzerwerb in den Sachfächern.

Von unseren insgesamt 126 Schülern haben ca. 50 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund und 20 Prozent stammen aus sozial schwierigen Familien.

Methoden im Erstleseunterricht

An unserer Schule gibt es kein einheitliches Konzept für den Schriftspracherwerb. Die Kollegen wählen aus den verschiedenen Wegen zum Lesenlernen ihr eigenes Konzept.

Kompetenzstufe 1 (Stufe der Reproduktion)

Informationen im Text erkennen und in unveränderter Form wiedergeben.

Kompetenzstufe 2 (Stufe der Reorganisation)

Informationen aus dem Text entnehmen und in veränderter Form wiedergeben. Einfache Schlussfolgerungen ziehen.

Kompetenzstufe 3 (Stufe des Tranfers)

Informationen auf vergleichbare Sachverhalte und Anwendungssituationen ziehen und einfache Probleme lösen.

Beim „Lesen durch Schreiben“ (Jürgen Reichen) wird die kognitive Selbstständigkeit der Schüler besonders berücksichtigt. Beim Leselehrgang mit „Hand und Fuß“ (Ulrike Marx/Gabriele Steffen) wird Wert auf den Einsatz aller Sinne gelegt. Die Handpuppe „Ele“ spricht die Emotionalität der Kinder an. Bei Sommer-Stumpenhorst steht der „Lesepass“ im Mittelpunkt. Alle Verlage preisen mit immer neuen Titeln und Medienpaketen (Lolli-Pop) ihre Fibeln an. Es gibt nicht die alleinseligmachende Methode, es gibt nur eine einziges Ziel: Das heißt Lesenlernen.

Die Lehrkräfte unserer Schule kennen bei Schuleintritt das sprachliche Umfeld der Kinder und damit auch die mündliche Ausdrucksfähigkeit. Im Anfangsunterricht sind wir uns über die Ziele des Schriftspracherwerbs in Deutsch einig. (Lesefer-tigkeit/Lesefreude/Textproduktion/Rechtschreibsicherheit). Die Kolleginnen und Kollegen sind auch über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Methoden zum Schriftsprach-erwerb informiert. Die Schule besitzt genügend Materialien zur Differenzierung des Leseunterrichtes als auch Sekundärliteratur zur Förderung der Lesekompetenz. Im Rahmen von Elternabenden werden die Eltern an unserer Schule durch die Klassenlehrerinnen über den jeweiligen Leselehrgang ausführlich informiert. Da wir sehr viele Familien mit Migrationshintergrund an unserer Schule haben, ist es natürlich für die Kolleginnen oft schwierig, die Eltern umfassend zu informieren. Oft sehen die Eltern es auch als alleinige schulische Aufgaben an, den Kindern das Lesen zu vermitteln. Wir müssen leider immer wieder feststellen, dass die häusliche Unterstützung und aktive Mitarbeit der Eltern nicht stattfindet.

Ziele und Inhalte in der Grundschulzeit

Der Leselehrgang erschöpft sich nicht darin, den Kindern alle Buchstaben beizubringen. Mit der Lesetechnik muss auch vielmehr von Anfang an die Fertigkeit der Informationsentnahme und Interpretation erlernt werden. Es wäre ein Fehler, wenn die Vermittlung der Lesetechnik als abgeschlossen betrachtet würde und die Lehrkraft sich erst dann dem sinnerfassenden Lesen zuwendete. Lesetechnik und Leseverständnis ergänzen und stützen einander und können bis zum Ende der Schulzeit nicht voneinander getrennt werden.

Der Deutschunterricht ist in vier Handlungsbereiche aufgeteilt.

  1. Erzählen und Geschichten schreiben
  2. Sich informieren und sachbezogen verständigen
  3. Lesen und mit Literatur umgehen
  4. Sprache untersuchen und richtig schreiben

Die Handlungsbereiche wiederum sind in Aspekte untergliedert:

Die Aspekte im Handlungsbereich 2 sind:

  • sich Informationen beschaffen
  • Informationen auswerten
  • Informationen weitergeben und veröffentlichen
  • sich auseinandersetze

Die Aspekte im Handlungsbereich 3 sind:

  • auf Bücher neugierig werden
  • sich mit Büchern versorgen
  • lesen, vorlesen, vortragen
  • Literatur zusammenstellen
  • Literatur kreativ gestalten

Da im Handlungsbereich 2 und auch 3 ein wichtiger Aspekt das Lesen ausmacht, sollte die Leseleistung 25 Prozent der Deutschnote ausmachen. Im Rahmen des Handlungsbereichs – sich informieren und sachgerecht verständigen – lernen die Schüler, sich zu Themen oder Fragestellungen Informationen zu beschaffen. Dazu nutzen sie unterschiedliche Informationsquellen (Lexika, Berichte, Zeitungen, Sachtexte, Fernsehen, Internet usw.). Die Auswertung dieser Informationen kann dann mit Hilfe verschiedener Medien (Plakat, Wandzeitung, Internet usw.) erfolgen.

Im Rahmen des Handlungsbereichs –Lesen und mit Literatur umgehen – beschäftigen sich die Kinder mit vielfältiger Literatur und lernen Lesen somit auch als eine bereichernde Freizeitbeschäftigung kennen. Die Kinder werden ermutigt, mit Literatur umzugehen. Sie lesen und tragen Texte gestaltend vor. Die Schüler erhalten Anregungen und entwickeln die Fähigkeit zur selbständigen Auswahl ihrer privaten Lektüre in unserer Schulbücherei. Während ihrer Grundschulzeit lernen sie die Grundgattungen der Volksliteratur (Märchen, Sagen, Fabeln, Schwänke, Lyrik) kennen. Weiterhin erfahren sie auch die vielfältigen Textformen (Geschichten, Romane, Gedichte, Sachtexte, usw.)

Schuleigene Angebote

Um den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten und die Lesemotivation und –kompetenz zu steigern, werden in den Klassen 1 bis 4 unterschiedliche Unterrichtsangebote und Aktionen durchgeführt.

Klasse 1

  • Schülerbücherei
  • Wort-/Buchstabendominos und Memorys
  • Anlauttabelle
  • Minilesebücher/-hefte
  • Lesen und malen
  • Leseförderunterricht
  • Leseübungen und –spiele am PC

Klasse 2

  • Schülerbücherei
  • Ganzschriften
  • Lesequiz
  • Lesespiele
  • Rätsel, Knobeleien
  • Mini-Lesehefte
  • Gedichte
  • Theater
  • Informationen aus dem Internet holen
  • Buchvorstellungen
  • Lesekarteien
  • Lesespiele und -übungen am PC

Klasse 3 und 4

  • Schülerbücherei
  • Ganzschriften
  • Buchvorstellungen
  • Theater
  • Szenisches Spiel
  • Gedichte
  • Informationen aus dem Internet holen
  • Lesespiele
  • Lesekarteien
  • Lesespiele und –übungen am PC

In den Klassen wird regelmäßig vorgelesen. In jeder Klasse wird mindestens ein Buch im Schuljahr gemeinsam gelesen und im Rahmen einer Werkstatt vertiefend am Text gearbeitet.

Besondere Aktivitäten zur Steigerung der Lesemotivation

Projektwoche

In unserer Schule werden in regelmäßigen Abständen Projektwochen zum Thema „Lesen und Buch“ durchgeführt.

Gießen liest

Die Goetheschule hat schon zweimal an der Aktion des Stadtschulelternbeirates des Stadt Gießen „Gießen liest“ teilgenommen.

Lesenacht

Lesenächte werden von den jeweiligen Klassenlehrerinnen in der Regel einmal im Schuljahr durchgeführt.

Autorenlesungen

In der Schule fanden schon Autorenlesungen statt.

Buchausstellungen

In unserer Schule fanden schon öfters Buchausstellungen der örtlichen Buchhandlungen statt (Weihnachten, Ostern).

Stadttheater

Die Schulgemeinde besucht regelmäßig das alljährliche Weihnachtsmärchen des Stadttheaters Gießen. Einige Klassen nehmen noch regelmäßig an Führungen im Theater teil.

Schülerbücherei

Das Kollegium hat sich in den letzten Jahren intensiv mit dem Ausbau und der Einrichtung der Schülerbücherei beschäftigt.

Bilderbücher

Sie sind in der Grundschule sowohl zum Vorlesen als auch für erste Leseerfahrungen wichtig.

Bücher für das erste Lesealter

Sie sind gefragt, sobald Kinder die Synthese begriffen haben. Diese Bücher umfassen nur kleine Geschichten in groß gedruckter Schrift, sie sind illustriert und vermitteln Kindern relativ schnell das Erfolgserlebnis eines gelesenen Buches.

Bücher für Fortgeschrittene

In dieser Buchgruppe finden sich Geschichten, Romane, Erzählungen, Kriminalromane für Kinder im Alter bis 10 Jahren. Der Textumfang ist größer. Märchen, Sagen, Fabeln, Nachschlagewerke für die Grundschule, zahlreiche Nachschlagewerke zu den verschiedensten Themenbereichen.

Ganzschriften

In unserer Schulbibliothek haben wir ca. 20 Lektüren im Klassensatz. Ab dem 2. Schuljahr werden in allen Klassen regelmäßig Ganzschriften gelesen. Die jeweilige Lehrerin wählt unter Berücksichtigung der Lesefähigkeit der Schüler, deren Interessenlage und ggf. auch im Hinblick auf ein Thema des Sachunterrichts ein Buch aus. Dabei erfahren die Kinder auch Einzelheiten über den Autor und dessen Intention.

Sachbücher

Wir registrieren bei der Ausleihe eine rege Nachfrage nach Sachbüchern. Tierbücher, Bücher zu Technik, Natur, früheren und anderen Kulturen sind sehr beliebt. Neben der Berücksichtigung der Kinderwünsche werden bei den Neuanschaffungen die Themen besonders bedacht, die von den Lehrkräften im Sachunterricht behandelt werden.

Unser Schulbibliotheksraum erfüllt einige Funktionen

  • Präsentation der Bücher
  • Ausleihe zurzeit 3 mal wöchentlich (Mitarbeit von Müttern in der Schülerbücherei.)
  • Unterrichtliche Nutzung z.B. Beratung für geeignete Lektüre
  • Auswahl von Fachbüchern für Sachunterricht und Projekte
  • Kleingruppenarbeitsraum für gezielte Leseerfahrungen und Projekte
  • Vorleseraum
  • Aktionen rund um das Buch, z.B. Autorenlesungen, Lesenächte
  • Förderunterricht mit Schwerpunkt Lesen
  • Lese-Arbeitsgemeinschafte

Antolin Leseprogramm

Unsere Schule hat vor zwei Monaten eine Schulträger-Lizenz für das Antolin-Leseprogramm erhalten. Diese Lizenz ist für ein Jahr gültig.

Das Antolin-Leseprogramm funktioniert folgendermaßen: Jedes Kind erhält einen Benutzernamen und ein Kennwort und kann sich selbständig, auch von zuhause aus, in das Lernprogramm einloggen. Es kann zu Büchern, die es gelesen hat, Fragen beantworten und erhält dafür Punkte. Diese Punkte werden auf einem Konto gesammelt. Die Lehrerin kann jederzeit den Kontostand der einzelnen Kinder abrufen und zu bestimmten Zeiten Urkunden verteilen. Die Kinder arbeiten völlig selbständig mit dem Lernprogramm. Zielsetzung ist, die Kinder zum Lesen zu motivieren. Das Antolin-Leseprogramm ist kein Ersatz für eine Leseförderung, aber es kann durchaus dazu beitragen, dass Kinder mehr lesen.

In unserer Schule wird das Programm von einigen Klassen genutzt. Die Schülerbücherei, die direkt neben dem Computerraum liegt, erweist sich in diesem Zusammenhang als vorteilhaft. Die Kinder leihen sich Bücher aus, lesen sie zuhause oder in der Lesestunde, gehen in den Computerraum, loggen sich ein und beantworten die Fragen zu ihrem Buch. Ziel ist es in erster Linie, die Kinder zum Lesen zu motivieren, die sonst nicht lesen würden. Inwieweit dieses Ziel dauerhaft mit dem Antolin-Lernprogramm erreicht werden kann, ist noch nicht abzusehen. In der Anfangsphase jedenfalls sind die meisten Kinder sehr motiviert. Das Besondere an dem Lernprogramm ist, dass jedes Kind seine Bücher selbst aussucht und für sich liest, das heißt, es gibt niemanden, der dem Kind sagt: „Heute liest du die Geschichte von …“ Damit wird ein wichtiger Aspekt der Leseförderung berücksichtigt: Lesen soll Spaß machen.

Lesediagnostik

Das Kollegium der Goetheschule hat in der Gesamtkonferenz die alljährliche Durchführung eines Lesetests beschlossen.

Lesen ist ein äußerst komplexer Vorgang, dessen Teil-leistungen entweder aufeinander aufbauen oder voneinander abhängen. Um sicher zu gehen, dass alle Schüler diesen Prozess vollständig durchlaufen, werden wir zur Unterstützung unseres Deutschunterrichtes einen Lesetest durchführen.

Nach genauerer Analyse verschiedener Lesetests entschied sich die Gesamtkonferenz für den Lesetest „Stolperwörter“. Dieser Test ist ein Gruppentest und daher von jedem Klassen-lehrer bzw. Deutschlehrer problemlos durchzuführen. Er steht kostenlos zur Verfügung und ist mit geringem Zeitaufwand auszuwerten. Die Durchführung dauert einschließlich Einwei-sung je nach Klassenstufe 15 bis 20 Minuten. Der Test liegt in den Formen A und B vor. Dieser Test erfasst Lesetempo, Genauigkeit und Verstehen.

Der Test gibt uns Informationen über die Leseleistung einzelner Schüler, zeigt krasse Defizite auf und macht die Notwendigkeit genauerer Diagnostik deutlich. Er ergänzt somit unsere Maßnahmen der Beobachtungen von der Lernentwicklung unserer Schüler. „Stolperwörter“ ist ein standardisierter Lesetest, zu dem Vergleichsgruppen vorliegen. Er ist geeignet für die Jahrgangsstufen 1 bis 4. Damit wir die Vergleichstabellen einsetzen können, werden wir diesen Lesetest immer in den letzten vier Wochen des Schuljahres in den Klassen 1 bis 4 durchführen.

Förderunterricht

In der Jahrgangstufe 2, 3 und 4 fördern wir bei allen Schüler/innen in einer ausgewiesenen Wochenstunde aus-schließlich die Lesekompetenz. Um die Kinder mit den größten Defiziten in der Lesetechnik und im Textverständnis besonders zu fördern, sind diese Fördergruppen relativ klein gehalten (etwa 10 Kinder). In diesem Unterricht stehen das Erlernen der Lesetechnik und das sinnerfassende Lesen im Mittelpunkt. So wird anfangs besonders an der Art des Vorlesens, dem Lesetempo, der Aussprache und Deutlichkeit und der Lesegenauigkeit gearbeitet. Vor allem aufbauende Leseübungen sollen den Kindern helfen sicherer im Umgang mit einfachen Texten zu werden. Für manche Schüler kann das heißen, erst einmal immer länger werdende Wörter bzw. Sätze zu lesen, Sinneinheiten zu überschauen oder Texte mit unterschiedlicher Typographie zu lesen. Weitere Übungen beziehen sich auf sinngestaltendes Lesen. Je nach Entwick-lungstempo des Einzelnen rückt dann das Informationen ermittelnde Lesen in das Zentrum der Übungen, etwa Texte gezielt auf vorher gestellte Fragen hin zu lesen.

Kooperation Bibliothek / Phantastische Bücherei

Anzustreben ist eine Kooperation mit der Stadtbücherei in Gießen und/oder der Phantastischen Bibliothek Wetzlar. Es wäre wünschenswert, wenn jede Klasse einmal während ihrer Grundschulzeit diese Einrichtungen besuchen würde.

Kontakte zum Buchhandel

Die Ricker´sche Universitätsbuchhandlung hat sich in ein schulpädagogisches Fachzentrum gewandelt. Sie bietet für die Grundschulen ein umfangreiches Sortiment aller gängigen Verlage (AOL, Auer, Verlag an der Ruhr) und Schulbuch-verlage an.

Lesewettbewerbe

Für das kommende Schuljahr ist zum ersten Mal ein schul-interner Lesewettbewerb angedacht, bei dem vor allen Dingen das gute und gelungene „Vorlesen“ der Schüler im Mittel-punkt stehen soll. Auch hier versprechen wir uns eine Motiva-tion der Schüler, vermehrt zu lesen.

Literaturverzeichnis

Aufsätze, Bücher, Veröffentlichungen u.a. von PISA, Hess. Kultusministerium: Rahmenplan Grundschule, Bundesministerium für Bildung und Forschung: Expertise Förderung von Lesekompetenz, Brügelmann, Hans, Metze, Wilfried, Reichen, Jürgen, Sommer-Stumpenhorst, Steffen, Gabriele, Will, Edmund Strategisches Lestraining, Crämer Lesekom-petenz erwerben und fördern.